Löw und der BVB

„Miki nochwas“ und die vorzeitige Entlassung für Neuer und Lahm

Die Diskussionen um eine Benachteiligung des BVB gegenüber der Bayern seitens des Bundestrainers halten sich nun schon lange, und bisher hielt ich die Reaktionen von Klopp und Watzke für etwas überzogen, was dieses Thema angeht. Nun bin ich weder ein glühender BVB-Fan, noch ein Bayern-Hasser und versuche zumindest, die Geschehnisse in der Bundesliga möglichst neutral zu beobachten. Was nun aber vor dem England-Länderspiel vorgefallen ist, hat mich in dieser Causa zum Umdenken bewogen, und warum sich bislang seitens der Dortmunder Verantwortlichen noch niemand entsprechend zu Wort gemeldet hat kann ich nicht nachvollziehen. In diesem Beitrag wollen wir die aktuellen Begebenheiten in der Causa Löw und der BVB näher beleuchten.

Die „Miki nochwas“ Affäre

Der Name von Henrikh Mkhitaryan ist unbestritten kein einfacher, ebenso außer Frage steht aber, dass ein Bundestrainer im Stande sein sollte, die Spieler der heimischen Liga zu kennen, auch wenn diese nicht für die DFB-Auswahl in Frage kommen. Insbesondere dann, wenn es sich dabei um absolute Spitzenspieler handelt, die täglich in den Medien präsent sind und zu den großen Namen in der Liga gehören. Nun kann natürlich jeder Mensch ein Blackout (denn so wird dieser Fauxpas schließlich in den Medien dargestellt) haben – Ort und Zeitpunkt sind in diesem Fall aber zumindest sehr unglücklich gewählt. Ebenso hätte Löw die Chance gehabt, noch rechtzeitig die Kurve zu kratzen und im Wissen um die mangelnde Kenntnis der Spielernamen erst gar nicht mit einer Aufzählung der Dortmund Legionäre zu beginnen. Der eigentliche Inhalt der Rede von Löw hat sich dabei darauf bezogen, dass ihn der Bundesliga Schlager Dortmund gegen Bayern nur bedingt interessiert, da sich bei Dortmund zahlreiche Legionäre in spielbestimmenden Positionen befinden.

Dass bei Bayern mit Ribery, Robben, Alaba oder Mandzukic das Spiel ebenso maßgeblich von Legionären bestimmt wird, wurde vom Bundestrainer nobel verschwiegen. Weit ärgerlicher als die Situation selbst, war aus meiner Sicht die nachfolgende Berichterstattung darüber, als man diese Aktion einfach mit einem Blackout von Jogi Löw abgetan hat. Man mag mich für einen Verschwörungstheoretiker halten, aber eine derartige Aktion hatte für mich viel eher den Anschein, bewusst gesetzt worden zu sein.

Video: Bundestrainer Joachim Löw im Orginalton:

Sonderurlaub für Neuer und Lahm

Damit nicht genug, wurden die beiden Bayern Lahm und Neuer schon vorzeitig aus dem Teamcamp entlassen und nach Hause geschickt. Laut Löw hat das nichts mit dem anstehenden Bundesliga-Spieltag zu tun, da es für Profis ohnehin kein Problem sei, vier Tage später wieder ein wichtiges Spiel zu bestreiten. In diesem Punkt gebe ich dem Bundestrainer auch recht, was jedoch nicht zur Sprache kam ist das Verletzungsrisiko, das von den Dortmunder Akteuren in Kauf genommen werden musste, während sich die beiden Bayern Protagonisten in Ruhe auf das Spiel am Samstag vorbereiten können.

Resultat des Schonprogramms: Bei den Bayern sind alle DFB-Nationalspieler fit für die Bundesliga-Begegnung am Samstag (Ribery ist angeschlagen vom Playoff-Spiel der Franzosen gegen die Ukraine zurück gekehrt), bei den Dortmundern musste Hummels in der 65. Minute verletzt ausgewechselt werden und ist vermutlich kein Thema für das Spitzenspiel in der Bundesliga, Schmelzer zog sich ebenso eine Blessur gegen England zu. Manuel Neuer und Philipp Lahm dürften das Spiel hingegen unbeschadet auf dem heimischen Sofa überstanden haben.

Löw und der BVB – Warum das Ganze?

Aus meiner Sicht hat sich die Situation in den letzten Wochen und Monaten so sehr aufgeschaukelt, dass Löw nun versucht durch gezielte Maßnahmen allen zu beweisen, dass er sich von Niemandem belehren lässt. Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ sehe ich die Aktionen rund um das Freundschaftsspiel gegen England als bewusste Provokationen seitens des Bundestrainers. Ob es nun Hochmut, verletzter Stolz oder eine ganz natürliche Reaktion des obersten Fußballlehrers im Land ist mögen andere beurteilen. Sowohl für die Liga, als auch für die Nationalmannschaft sind solche Kleinkriege aber jedenfalls entbehrlich und sorgen für unnötige negative Emotionen.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Wettbewerbsverzerrung für das Spiel am Samstag in Grenzen hält.

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